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Fans trauern um AIDAvita – und hoffen auf den Verbleib der AIDAaura

Zwei Wochen ist es her, dass AIDA den Abschied der AIDAvita verkündete. Die Fans der kleinen Schiffe sind nach wie vor traurig. Ihnen bleibt jetzt nur noch die AIDAaura.

AIDAvita. (Foto: AIDA)
AIDAvita. (Foto: AIDA)

Die Fans der kleinen AIDA-Schiffe mussten binnen eines Jahres viele Rückschläge verkraften: Von einst vier Schiffen bleibt der Flotte nach jetzigem Stand nur eines erhalten: die AIDAaura. Auf ihr ruhen jetzt alle Hoffnungen, dass es nicht auch sie bald erwischen könnte. Allerdings hat das Schiff einen entscheidenden Vorteil: Es fährt bereits seit knapp zwei Monaten wieder. Die anderen drei Schiffe kehrten nach der Corona-Zwangspause erst gar nicht in den Dienst zurück.

Vor AIDAvita wurden bereits AIDAcara und AIDAmira verkauft

Im Juni 2021, also vor gut einem Jahr, feierte AIDA seinen 25. Geburtstag – zu einer Zeit, als dem Unternehmen pandemiebedingt nicht so richtig zum Feiern zumute gewesen sein dürfte. Von Anfang an dabei war das Mutterschiff, die 1996 in Dienst gestellte AIDA, die nach ein paar Jahren in AIDAcara umbenannt wurde. Wenige Wochen nach den Jubiläums-Feierlichkeiten kam die Hiobsbotschaft: AIDAcara wird verkauft. Ausgerechnet das Mutterschiff! Viele Fans konnten das kaum fassen. Doch es sollte nicht die letzte schlechte Nachricht gewesen sein.

Wobei man ehrlicherweise sagen muss: Die nächste schlechte Nachricht empfanden viele dann gar nicht als so schlecht. Der angekündigte Verkauf der AIDAmira wurde – glaubt man den Bekundungen der AIDA-Vielfahrer in diversen Foren und Netzwerken – nur selten wirklich bedauert. Mit dem 2019 kurz vor Corona dazugekauften Schiff wurde die AIDA-Gemeinde nicht wirklich warm. Den Abschied nach drei Monaten im Einsatz und etwa anderthalb Jahren des Stillstands nahmen viele dementsprechend gleichgültig auf.

Im Mai zeichnete sich ab, dass der Neustart-Termin der AIDAvita wackelt

Viele hatten allerdings auch die Hoffnung, dass nach der Ausmusterung von zwei Schiffen die Bestandsflotte nun unangetastet bleiben würde. Bei den baugleichen Schwestern AIDAvita und AIDAaura (Baujahr 2002 bzw. 2003) rechneten die meisten Fans und Experten mit einem Verbleib. Zumal für AIDAvita seit Monaten ein fixer Neustart-Termin (24.7.22) feststand und erst kürzlich der Winterfahrplan 2023/24 zur Buchung freigeschaltet wurde.

Doch als es im Mai erste Anzeichen für eine Überarbeitung des Winterprogramms 2022/23 gab, tauchten wieder Fragezeichen über der Zukunft von AIDAvita auf. Es zeichnete sich ab, dass AIDAbella die für AIDAvita geplanten Routen übernehmen würde. Der letzte Strohhalm vieler Fans: Hoffentlich wird der Neustart lediglich ins nächste Frühjahr verschoben. Doch die Befürchtungen wurden wahr: Am 14. Juni verkündete die Reederei das Aus für AIDAvita. Das Schiff wird nicht in den Dienst zurückkehren.

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In den einschlägigen Foren und sozialen Netzwerken macht sich auch zwei Wochen nach der Verkündung noch Trauer breit. Viele schwärmen von dem „ganz besonderen Flair“ der kleinen Schiffe mit der „familiären Atmosphäre“. Andere tauschen ihre schönsten Reiseerlebnisse aus und zeigen Bilder von Kreuzfahrten, die es zumindest bei AIDA so nur mit AIDAvita gegeben hat. In der nun 26-jährigen Geschichte der Reederei war zum Beispiel nie ein anderes Schiff der Flotte im Amazonas oder in New Orleans. Gerade weil die kleineren Schiffe viel mehr Möglichkeiten haben, auch engere Häfen abseits des Massentourismus anzusteuern, hoffen viele, dass zumindest AIDAaura noch lange im Dienst bleiben wird. Zumindest hat dieses Schiff die Folgen der Pandemie erstmal überstanden und ist seit 7. Mai wieder mit Passagieren unterwegs.

Die letzten Passagiere verließen AIDAvita im Februar 2020

Für AIDAvita war Corona hingegen der Anfang vom Ende: Es war der 16. Februar 2020. Damals mussten im Hafen von Laem Chabang (bei Bangkok, Thailand) alle Passagiere AIDAvita verlassen. Das Schiff war in der Wintersaison 2019/20 bis zu diesem Tag auf verschiedenen Routen in Südostasien unterwegs. Gerade dort wütete Corona bekanntermaßen zuerst. Auch AIDAbella war damals in diesen Gewässern unterwegs.

Verbunden mit der Hoffnung, dass Corona eine Epidemie in Fernost bleiben könnte, begab sich AIDAvita Ende Februar 2020 in den Hafen von Dubai – wartend auf weitere Instruktionen. Dort verbrachte sie nicht Tage, nicht Wochen, nicht Monate, sondern fast anderthalb Jahre. Am 25. Juni 2021 setzte sich das Schiff erstmals wieder in Bewegung – Ziel: Marseille. Vier Monate verbrachte das Schiff im größten Hafen Frankreichs. Dann ging es, weiterhin ohne Passagiere, nach Nordeuropa. Nach einem Zwischenstopp in Le Havre (Frankreich) erreichte AIDAvita schließlich am 29. November 2021 den Hafen von Tallinn (Estland).

AIDAvita liegt nach wie vor im Hafen von Tallinn in Estland

Tallinn war und ist während der langen Corona-Zeit ein wichtiger Hafen für AIDA Cruises. Hier „parkte“ bereits mehrere Monate das Mutterschiff AIDAcara, bevor es Mitte August 2021 pandemiebedingt zum vorzeitigen Verkauf kam. Von Ende Juli 2020 bis kurz vor ihrem Restart Anfang Mai 2022 lag dort auch AIDAaura.

Nun liegt dort nur noch AIDAvita. Was mit ihr passiert, ist nicht bekannt. Für eine Verschrottung ist das 20 Jahre alte Schiff eigentlich viel zu jung. Allerdings sind an den Abwrackstränden dieses Planeten in den letzten zwei Jahren etliche Kreuzfahrtschiffe aufgelaufen, mit deren Anwesenheit dort vor Corona niemand so schnell rechnete. Bleibt also die letzte Hoffnung, dass AIDAvita unter einem neuen Namen und ohne Kussmund-Bemalung noch vielen Menschen die Welt zeigen kann...

Alle zwölf AIDA-Schiffe sind zurück im Dienst

Damit ist die nun nur noch zwölf Schiffe umfassende AIDA-Flotte wieder vollständig im Dienst:

  • AIDAaura (Baujahr: 2003, Neustart: 7.5.22)
  • AIDAdiva (Baujahr: 2007, Neustart: 16.10.21)
  • AIDAbella (Baujahr: 2008, Neustart: 6.11.21, weitere Unterbrechung: 22.1.-19.2.22)
  • AIDAluna (Baujahr: 2009, Neustart: 5.9.21, weitere Unterbrechung: 15.1.-30.3.22)
  • AIDAblu (Baujahr: 2010, erster Neustart: 17.-31.10.20, endgültiger Neustart: 23.5.21)
  • AIDAsol (Baujahr: 2011, Neustart: 22.5.21)
  • AIDAmar (Baujahr: 2012, erster Neustart: 20.-27.12.20, endgültiger Neustart: 31.7.21)
  • AIDAstella (Baujahr: 2013, Neustart: 29.7.21)
  • AIDAprima (Baujahr: 2016, Neustart: 10.7.21)
  • AIDAperla (Baujahr: 2017, erster Neustart: 5.-26.12.20, endgültiger Neustart: 20.3.21)
  • AIDAnova (Baujahr: 2018, Neustart: 14.12.21, weitere Unterbrechung: 3.-15.1.22)
  • AIDAcosma (Baujahr: 2021, Indienststellung: 26.2.22)

Steffen Gaux

Journalist und Kreuzfahrt-Experte

Persönliche Jungfernfahrt:
2010: 10 Tage westliches Mittelmeer
Die drei schönsten Reisen:
2015: 21 Tage von der Dominikanischen Republik nach Hamburg
2017: 23 Tage von Venedig nach Dubai
2019: 17 Tage von Kiel nach New York
Lieblingshäfen: Barcelona, Geiranger, Madeira, New York, Stockholm

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